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Edison wird ausgemustert

Im Jahr 1879 entwickelte Thomas Edison die Glühbirne, die seither weltweit die Nacht zum Tag machte. Nun steht sie in der EU vor dem Aus. Ab dem 1. September 2009 werden keine 100-Watt-Glühlampen mehr im Handel erhältlich sein. Matte Varianten der Glühbirne wird es schon zu diesem Datum in keiner Leuchtstärke mehr geben. Ein Jahr später wird es die Lampen treffen,  die es auf mehr als 75 Watt bringen und im Herbst 2012 sollen alle herkömmlichen Glühlampen verschwunden sein. Ersetzt wird die Glühlampe durch die Energiesparleuchte, die teilweise noch immer skeptisch betrachtet wird. Zu Recht?

Der Unterschied zwischen Glühlampe und Energiesparleuchte liegt in der Art der Lichterzeugung. Bei der Glühbirne wird deren gewendelter Wolframdraht durch elektrischen Strom zum Glühen gebracht. Dabei wird eine Temperatur von rund 2500 Grad Celcius erzeugt. Das ist der Grund, weshalb bei der Glühbirne etwa 95 Prozent der Energie in Wärme, jedoch nur fünf Prozent in Licht umgewandelt werden.

Die Energiesparleuchte dagegen funktioniert nach dem Prinzip der Gasentladung: dem Gas- oft handelt es sich um Argon- wird Quecksilber beigemischt und diese Mischung wird mittels Strom zum Leuchten gebracht. Ein Vorschaltgerät im Sockel der kleinen Leuchtstoffröhre begrenzt die Stromzufuhr. Nach Messungen durch Ökotest werden Energiesparleuchten zwischen sechzig und neunzig Grad warm und wandeln rund ein Viertel des eingesetzten Stroms in Licht um.

Das Stromsparpotenzial der Energiesparleuchte sei deutlich geringer,  als es die Werbung mit den allgemein angegebenen rund achtzig Prozent kommuniziere, so Ökotest. Dies liege daran, dass bei den Messungen nicht berücksichtigt werde, dass die Sparlampen deutlich weniger hell seien und die Helligkeit im Lauf der Zeit auch noch nachlasse.  Berücksichtige man diese Faktoren jedoch, so komme man auf eine Ersparnis zwischen 50 und 77 Prozent.

Ferner werde zur Herstellung und Entsorgung einer Energiesparlampe viermal so viel Energie benötigt wie für eine herkömmliche Glühbirne. Auch der Einsatz von Wasser und Schwermetallen sei deutlich höher und es entstehe viel mehr Abfall und CO2 sowie andere Emissionen. Nach Berechnungen der EU, die sich auf Herstellerangaben bezüglich Lebensdauer und Helligkeit der Energiesparleuchten stützten, sei der Gesamtenergieverbrauch der Glühbirne dennoch viermal höher als der der Energiesparlampe.

Den von Verbrauchern kritisierten Punkten wie kaltem Licht, fehlender Dimmbarkeit, langsamer Entfaltung der Helligkeit und unschöner Optik werden inzwischen neue Entwicklungen entgegengehalten. So gibt es mittlerweile auch Modelle in runder Form und solche, die einer Kerze nachempfunden sind und die durchaus auch für einen Kronleuchter eingesetzt werden können. Zu den Lampen, die das anfangs typisch kalte Licht abgaben (Ursache ist die fehlende Rotkomponente im Licht), gesellen sich inzwischen auch Lampen in „warmweiß“ und „extra warmweiß“. „Daylight“-Modelle simulieren täuschend echt das natürliche Tageslicht und können die Augen vor Ermüdung schützen.

Die neue „Quicklight“-Technik sorgt nach Angaben des Herstellers Osram dafür, dass die Lampen sechzig Prozent ihres Potenzials an Leuchtkraft sofort entfalten. Auch dimmbare Energiesparlampen sind inzwischen auf dem Markt, wegen der noch kleinen Produktionsmenge momentan jedoch noch sehr teuer, was sich in absehbarer Zukunft jedoch ändern dürfte.

Zerbrochene Energiesparlampen gehören auf den Sondermüll. Die Reste sollten nicht aufgesaugt oder -gekehrt werden, da damit das Quecksilber später mit der Abluft des Staubsaugers oder mit dem Besen in der Wohnung verteilt werden würde. Stattdessen mit einem Karton die Reste aufnehmen (Handschuhe tragen!), in eine Tüte packen und diese verschlossen zum Wertstoffhof bringen. Direkt nach der Panne sollte der Raum gut gelüftet werden.


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2 Kommentare to 'Edison wird ausgemustert'

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  1. on Mai 10th, 2010 at 09:14

    [...] Edison wird ausgemustert [...]


  2. on Mai 23rd, 2010 at 15:43

    [...] werden. Zum Test legen Sie eine angeschaltete Taschenlampe in den Innenraum und schalten die Raumbeleuchtung ab. Bei einer perfekten Dichtung dringt kein Licht nach [...]

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