Seit 2005 regelt das Elektronikgerätegesetz (ElektroG) die Entsorgung alter Elektrogeräte neu. Demnach sind die Hersteller, und nicht mehr die Käufer der elektrischen Haushaltsgeräte für die fachgerechte Entsorgung verantwortlich. Darunter fallen alle Elektrogeräte, die nach August 2005 hergestellt wurden. Die Entsorgung wird dabei über ein Recycling-System gelöst. Alte und kaputte Haushaltsgeräte werden gesammelt und anschließend der Wiederverwendung, bzw. der Wiederverwertung zugeführt.
Einer Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) zufolge wächst der Elektroschrottberg weltweit um rund 40 Millionen Tonnen pro Jahr. Damit vergrößert er sich wesentlich schneller als jeder andere einzelne Müllberg. Die Ursachen liegen darin, dass elektrische Haushaltsgeräte und Elektronik in wachsender Zahl eingesetzt werden. Darüber hinaus haben die Geräte einen immer kürzer werdenden Lebenszyklus. Das wiederum liegt nur zum Teil an technischen Defekten. Ständig kommen neue Geräte auf den Markt und die alten sind, oder erscheinen zumindest technisch überholt. Oftmals sind selbst geringfügige Reparaturen teurer als eine Neuanschaffung, oder bestimmte Verschleißteile sind gar nicht mehr verfügbar.
Elektroschrott lässt sich grundsätzlich auf zwei Arten verwerten. Zum einen durch eine Wiederverwendung der Geräte oder einzelner Komponenten. Veraltete aber noch einwandfrei funktionierende bzw. reparierte Haushaltsgeräte können als Second-Hand-Geräte genutzt werden. Besonders in ärmeren Ländern in denen sich die wenigsten Menschen Neugeräte leisten können sind solche wiederverwendeten Geräte sinnvoll. Ist eine Wiederverwendung nicht möglich, bleibt als zweite Möglichkeit des Recyclings die stoffliche Verwertung der Altgeräte. Neben vielen Schadstoffen enthalten Elektrogeräte auch eine Vielzahl wertvoller Rohstoffe.
Elektroschrott enthält relativ große Mengen an Kupfer, Silber und Gold. Daneben wird auch das Recycling von Metallen der Seltenen Erden immer interessanter, deren Preise durch eine wachsende Nachfrage bei immer knapper werdendem Angebot stark gestiegen sind. Durch den wachsenden Bedarf an Rohstoffen wird die Wiederverwertung von Elektroschrott wirtschaftlich immer interessanter, und aufgrund der knapper werdenden Ressourcen sogar zwingend notwendig. Bei einem optimalen Recyclingprozess kann dabei die Menge der gefährlichen Stoffe gering gehalten und umweltverträglich entsorgt werden.
Wichtig für ein effektives Recycling von Elektroschrott ist, dass das Altmaterial auch wirklich bei der Verwertung ankommt. So werden jährlich deutschlandweit etwa 140.000 Tonnen Elektrogeräte über den Restmüll entsorgt anstatt sie dem Recycling zuzuführen. Daneben wird ein Teil des Elektroschrotts in Entwicklungsländer verschoben, wo er nur ineffizient und oft umweltschädlich aufgearbeitet wird.